Suchtverhalten ist geschlechtsspezifisch, wie die Prävalenzen zur Abhängigkeit von Substanzen, Suchtursachen und Suchtverläufen zeigen. Sucht ist männlich. Männer haben ein wesentlich höheres Risiko, Abhängigkeitskrankheiten zu entwickeln und weisen qualitativ und quantitativ härtere Konsummuster auf. Auch heute noch wird geschlechtersensible Suchtarbeit (»Gender Mainstreaming«) mit frauengerechten Angeboten gleichgesetzt. In Bezug auf Männer in der Suchtarbeit jedoch fehlt häufig der Genderblick.

Die Fachtagung „Mann♂mann – Männer und Sucht“ des Fachverbandes Drogen- und Suchthilfe e.V. in Kooperation mit dem Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg, Abteilung Gesundheit , Soziales, Stadtentwicklung und dem Notdienst für Suchtmittelgefährdete und -abhängige Berlin e.V. hat Modelle vorgestellt und Anstöße geben, die den Blick für männerspezifische Ursachen und Entstehungsbedingungen, Verlaufsformen und Beendigungsmuster von Abhängigkeit schärfen.

Downloads Fachtag “Mannomann – Männer und Sucht”

Literaturliste Männer und Sucht [pdf, 113 kb]

Der Fachverband Drogen- und Suchthilfe engagiert sich seit langem bei der Implementierung von „Gender Mainstreaming“. Wir wissen, dass die Zufriedenheit mit der Arbeit wächst, wenn Fachkräfte durch die Berücksichtigung der eigenen wie der Geschlechtsrollen ihrer Klientinnen und Klienten ihr professionelles Handlungsspektrum erweitern. Darum hat der fdr+ im Jahr 2009 die Broschüre „Gender in der Suchtarbeit – Anleitung zum Handeln“ herausgegeben.

Im Theorie-Teil dieser Broschüre werden genderbezogene Begriffe geklärt, die zu Suchtstörungen führenden Verhaltensweisen und psycho-sozialen Risikofaktoren bei Frauen und Männern sowie die Gender-Ist-Situation in den Einrichtungen der Suchthilfe vorgestellt.

Im Praxis-Teil der Broschüre sollen Leserinnen und Leser für den Prozess der Gender-Berücksichtigung in ihren Einrichtungen sensibilisiert und darin begleitet werden. Die Anregungen hierfür werden als Fragen formuliert, da jede Frau und jeder Mann, jedes Team und jede Einrichtung sich das Thema selbst erarbeiten muss und unterschiedliche Schwerpunkte setzen wird.

Auf diese Materialien der Koordinationsstelle Sucht des Lanschaftsverbandes Westfalen-Lippe wollen wir besonderns hinweisen:

Leitfaden zur männerspezifischen Sucht und Drogenarbeit – Handlungsempfehlungen für die Praxis

Download 285 kb von der Internetseite der Koordinationsstelle Sucht

Evaluationsstudie: Anwendung und Bewertung des Handbuchs “Männlichkeiten und Sucht”

Download 7,5 MB von der Internetseite der Koordinationsstelle Sucht