Landesweite Maßnahmen und Koordinierung der Prävention des pathologischen Glücksspielens
Seit 01.01.2008 ist in Deutschland das Glücksspielrecht unter Beachtung der Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts und des Europäischen Gerichtshofes neu geregelt. Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes vom 28.03.2006 wurden die Länder aufgefordert, den Bereich der Sportwetten neu zu regeln und die Suchtprävention stärker zu verankern, um das staatliche Wettmonopol aufrecht zu erhalten. Im Juni 2006 haben sich die Ministerpräsidenten der Länder für die Aufrechterhaltung des staatlichen Lotteriemonopols entschieden und gleichzeitig die Aufgabe einer aktiven Suchtprävention angenommen.
In Thüringen gab es bislang keine spezifischen Maßnahmen zur Prävention und Hilfe beim pathologischen Glücksspielen. Problematische und pathologische Glücksspieler wurden in der Regel im vorhandenen Netz ambulanter und stationärer Einrichtungen mitversorgt.
Zur Umsetzung der Anforderungen des Bundesverfassungsgerichtes erarbeitete die Thüringer Landesregierung 2007 einen Entwurf des „Gesetzes zur Änderung der gesetzlichen Grundlagen des Thüringer Glücksspielwesens“ und brachte es im Dezember 2007 zur Verabschiedung durch den Thüringer Landtag. Mit der Aufnahme der Glücksspielsucht in sein Landesprogramm gegen Sucht wurde dieses Thema zu einem weiteren Schwerpunkt der Sucht- und Drogenpolitik. Im Mittelpunkt stehen Maßnahmen zur Verbesserung der Präventions- und Hilfeangebote für diesen Bereich der substanzungebunden Suchtprävention und –hilfe. Die Thüringer Landesregierung unterstützt den Aufbau und den Betrieb eines entsprechenden Angebotes und Netzes von Maßnahmen und Projekten. Dazu veranlasste sie die Erarbeitung eines Konzeptes zur Prävention, Hilfe und Forschung beim pathologischen Glücksspielen, das sich aus mehreren Einzelprojekten verschiedener Träger zusammensetzt. Die Zusammenarbeit der Einzelprojekte im Netzwerk ermöglicht eine passgenaue Abstimmung zur fachgerechten Projektarbeit und die Entwicklung von Ressourcen.
Das Projekt „Landesweite Maßnahmen und Koordinierung der Prävention und Hilfe des pathologischen Glücksspielens“ - Fachstelle GlücksSpielSucht – in Trägerschaft des fdr hat eine zentrale Stellung innerhalb des Gesamtkonzeptes und leistet im Rahmen der landesweiten Koordination und Vernetzung die fachliche Beratung und Unterstützung in diesem Arbeitsfeld (Flyer).
Die Fachstelle leistet die Arbeit in den beiden Aufgabenfeldern Prävention und Hilfe.
Aufgabenfeld Prävention:
Handlungsleitend ist das Verständnis von Prävention als wichtiger Baustein der Gesundheitsförderung und –erziehung und der Lebensbewältigung unter ganzheitlichem Prozesscharakter. Zur Professionalisierung und Qualitätssicherung sind in der Fachstelle Maßnahmen zu entwickeln, die im Sinne der Ottawa Charta (WHO 1986) an den Strategien: Interessen vertreten (advocating), Befähigen und Ermöglichen (enabling) sowie Vermitteln und Vernetzen (network forming) orientiert sind und bei der Umsetzung von Präventionsaktivitäten mit allen beteiligten Partnern bzw. mit den in den verschiedenen Settings tätigen Berufsgruppen zu kooperieren. Im Rahmen der Entwicklung der Fachstelle zu einer Plattform für themenspezifische neue Kooperationen innerhalb der Thüringer Prävention und Suchthilfe und als integraler Bestandteil der Thüringer Gesundheitsförderung gliedert es sich in seiner Aufgabenstellung in folgende Bereiche:
- Aufbereitung des aktuellen Fachwissens zum Thema Pathologisches Glücksspielen
- Fachliche Zuarbeiten für die Landesregierung und Beratung der Träger
- Präventions- und Öffentlichkeitsarbeit unter Nutzung verschiedener Medien und Methoden
- Entwicklung und Durchführung von spezifisch zugeschnittenen Schulungsmaßnahmen
- Zusammenarbeit mit Verbänden und Vereinen, Entwicklung von Strategien, um besonders gefährdete Zielgruppen zu erreichen
- Vernetzung und Koordinierung der Aktivitäten von Prävention, Hilfe und Forschung auf Landesebene, intersektorale Kooperation
- Gremienarbeit
- Dokumentation der Fachstellenarbeit und –ergebnisse
Aufgabenfeld Hilfe:
Dieser Projektauftrag ist auf den Ausbau des Versorgungssystems in Bezug auf die Erreichbarkeit, Intervention und Wiedereingliederung von Menschen mit Problemen im Bereich des pathologischen Glücksspielens ausgerichtet. Es handelt sich um ein Projekt mit umfassenden Managementkompetenzen. Es schafft Angebote der Fort- und Weiterbildung für Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Suchtkrankenhilfe, der Jugendhilfe, der Ärzteschaft und anderer Professionen. Darüber hinaus soll es mit Bildungsangeboten Laien und Multiplikatoren erreichen, um Glücksspielsucht in ihren Anfängen erkennen und frühzeitig gegensteuern zu können.
Dieser Projektauftrag ist auf den Ausbau des Versorgungssystems in Bezug auf die Erreichbarkeit, Intervention und Wiedereingliederung von Menschen mit Problemen im Bereich des pathologischen Glücksspielens ausgerichtet. Es handelt sich um ein Projekt mit umfassenden Managementkompetenzen. Es schafft Angebote der Fort- und Weiterbildung für Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Suchtkrankenhilfe, der Jugendhilfe, der Ärzteschaft und anderer Professionen. Darüber hinaus soll es mit Bildungsangeboten Laien und Multiplikatoren erreichen, um Glücksspielsucht in ihren Anfängen erkennen und frühzeitig gegensteuern zu können.
Zur besseren Abstimmung der einzelnen Handlungsfelder im Bereich pathologisches Glücksspielen und zur Nutzung aller Ressourcen in den Projekten wird ein Netzwerk Prävention – Hilfe – Forschung entstehen. Hierzu wurde ein Arbeitskreis „Netzwerk Pathologisches Glücksspielen“ gegründet. Die Geschäftsführung des Arbeitskreises übernimmt die Fachstelle GlücksSpielSucht. Mitglieder des Arbeitskreises sind die jeweiligen Vertreterinnen bzw. Vertreter der Projekte und Einrichtungen im Netz der Aktivitäten im Themenfeld des pathologischen Glücksspielens, Vertreter des zuständigen Fachbereiches des Thüringer Ministerium für Familie, Soziales und Gesundheit, Vertreter der LIGA Thüringen der freien Wohlfahrtspflege und entsprechende Fachexperten. Die Fachstelle hat am 01.01.2008 seine Tätigkeit am Standort Erfurt aufgenommen. Sie ist mit zwei Personalstellen und entsprechenden Sach- und Maßnahmekosten ausgestattet.
Weitere Projekte in Anbindung an andere Thüringer Träger innerhalb des Gesamtkonzeptes sind das Bundesmodellprojekt "Frühe Intervention beim pathologischen Glücksspielen“, das Projekt „Dokumentation, Evaluation und Forschung im Themenfeld pathologisches Glücksspielen“, das Projekt „Unterstützung der regionalen Beratung bei pathologischem Glücksspielen in den bestehenden Beratungs- und ambulanten Behandlungsstellen in Thüringen“, das Projekt „Hotline für Beratung und Kurzintervention und Unterstützung der Selbsthilfe für pathologische Glücksspieler“.
Weitere Projekte in Anbindung an andere Thüringer Träger innerhalb des Gesamtkonzeptes sind das Bundesmodellprojekt "Frühe Intervention beim pathologischen Glücksspielen“, das Projekt „Dokumentation, Evaluation und Forschung im Themenfeld pathologisches Glücksspielen“, das Projekt „Unterstützung der regionalen Beratung bei pathologischem Glücksspielen in den bestehenden Beratungs- und ambulanten Behandlungsstellen in Thüringen“, das Projekt „Hotline für Beratung und Kurzintervention und Unterstützung der Selbsthilfe für pathologische Glücksspieler“.
Kontakt:
Fachstelle GlücksSpielSucht
Dubliner Str. 12
99091 Erfurt
Tel.: 03 61 / 3 46 17 46
Fax: 03 61 / 3 46 20 23
E-Mail: gluecksspiel@fdr-online.info
Internet: www.gluecksspielsucht.info
Ansprechpartnerin: Claudia Kirschner, Dipl.-Soziologin, Sozial- und Suchttherapeutin